Vom Leuchtturm an der Sandbank zum Nationalpark-Schiff:
Riffe aus Sand – von der Natur geformt & vom Seemann gefürchtet
In den Gewässern vor Borkum gibt es eine wandernde Sandbank von trauriger Berühmtheit: Das Borkumriff. In einer Zeit ohne Echolot, Radar und Satellitennavigation strandeten hier viele Schiffe bei Sturm und schlechter Sicht. Unzählige Seeleute gingen mit ihren Schiffen unter.
Feuerschiff BORKUMRIFF – Wegweiser für Schiffe aus aller Welt
Mehr Sicherheit brachten die Feuerschiffe. Ihre Leuchtfeuer waren Ansteuerungspunkt für Schiffe aus aller Welt. Dafür bezahlten die Feuerskipper einen hohen Preis, manchmal sogar mit dem Leben. Denn der Alltag an Bord war hart und gefährlich. Nur allmählich besserten sich die Arbeitsbedingungen. Höhepunkt des technischen Fortschritts im Schiffbau deutscher Feuerschiffe war die BORKUMRIFF, die heute als Traditionsschiff im Hafen der Insel Borkum besichtigt werden kann.
Technisches Kulturdenkmal mit Nationalpark-Information
Es scheint, die Zeit wurde angehalten. Denn die BORKUMRIFF ist bis auf den heutigen Tag funktionstüchtig und original erhalten. Sie gewährt Einblicke in die damalige Technik, die Betriebsabläufe und allgemein in die Geschichte der Feuerschiffe. Ein Besuch eignet sich für maritime Einsteiger genauso wie für Experten und alle Technikbegeisterten. Das Schiff als solches ist ein großes Abenteuer: Leuchtturm, Sprachrohr, Schlingerkoje... können auch für Kinder erfahrbar gemacht werden. Seit 1989 beherbergt die BORKUMRIFF das Nationalpark-Informationszentrum der Insel Borkum mit eigener Ausstellung rund um das Thema Wattenmeer.
Fakten zum Feuerschiff:
Das "Feuerschiff Borkumriff" lag von 1956 bis 1988 ca. 30 km nordwestlich der Insel Borkum in einem der Hauptschifffahrtswege der Deutschen Bucht vor Anker. Auf dieser Position diente das Leuchtfeuer der "Borkumriff" Schiffen aus aller Welt als Ansteuerungspunkt bei der Einfahrt in die Ems. Mit der Außerdienststellung am 15. Juli 1988 endete die Ära der deutschen Feuerschiffe. 1989 wurde das Schiff als Nationalparkschiff wieder in Betrieb genommen. Die "Borkumriff" liegt im Schutzhafen von Borkum und bleibt fahrbereit. Dafür brauchen wir ihre Unterstützung.
Feuerschiff Borkumriff - Ein Stück Funkgeschichte
Im Jahr 1900 errichtet die Reichspost wegen der günstigen Lage am Hauptschifffahrtsweg zur Elbe und Weser die weltweit ersten amtlich betriebenen Funkstationen auf dem damaligen Feuerschiff Borkumriff und der Insel Borkum (beim kleinen Leuchtturm). Der Betrieb der Stationen wurde mit dem Personal der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und unter der Regie der Reichs-Post und Telegraphenverwaltung durchgeführt. Zum Einsatz kamen Geräte der englischen Marconi Gesellschaft. Die Seefunktelegramme der das Riff passierenden Schiffe wurden nach Borkum und von dort in das nach Emden führende Landnetz weiter vermittelt. Die Reichweite der äußerst einfachen Funksender betrug damals nur 15 Seemeilen. Die jetzige "Borkumriff" dient nach der Außerdienststellung als Feuerschiff weiterhin als Amateurfunktstation.


